Der Theatron MusikSommer 2026: LISAE im Interview

Shownotes

Die Band LISAE, bestehend aus Lisa und Lise, tritt am 10. August 2026 auf dem Theatron MusikSommer im Olympiapark auf. Die beiden stehen für feministische Texte und zweistimmige Popsongs. Redakteurin Janina hat mit dem Duo über ihre klassische Gesangsausbildung, Songwriting-Prozesse und female rage gesprochen. Und natürlich nachgefragt, was der Theatron MusikSommer für die beiden bedeutet.

Transkript anzeigen

00:00:00: Am zehnten August spielt die Band Lisée beim Theater-Musiksommer.

00:00:04: Das sind, wie der Name schon sagt, Lisa und Lise!

00:00:07: Und heute darf ich Ihnen ein paar Fragen stellen….

00:00:09: Hallo!

00:00:12: Eure Namen klingen ja fast so als wären ihr Zwillinge – woher kennt ihr euch?

00:00:16: Wie wurde aus eurer Freundschaft eine Band?

00:00:19: Oh,

00:00:20: das ist eine schöne Frage.

00:00:22: Ja wir fühlen uns auch als wenn wir Zwillinge, es passiert uns tatsächlich zu oft dass wir die gleichen Reaktionen haben mit uns jemandem was sagt und sind mir wirklich so genau gleich immer so wie schön und sagen genau das Gleiche.

00:00:33: Und das hat sich eigentlich schon seit ganz vielen Jahren entwickelt.

00:00:37: Wir haben uns kennengelernt im Ulmer-Spazenkor.

00:00:39: Da waren wir, als wir circa acht Jahre alt waren, sind wir beide zum Vorsin gekommen und unsere Väter haben uns begleitet und haben uns dann so ein bisschen verkuppelt, haben dann gesagt, ja jetzt bricht die doch mal an.

00:00:49: Dann sag ich, das ist die Lisa!

00:00:51: Und dann ließ es vorbei,

00:00:52: dass ist die Liese!

00:00:53: Und haben uns

00:00:53: so zueinander geschoben.

00:00:55: Und kürzlich sind wir sogar mal oder bin ich nachts aufgewacht worden weil Lise mich ganz stürmisch geweckt hat und ganz aufgeregt im Bett saß.

00:01:01: da waren wir wieder unterwegs.

00:01:03: Ich glaube sogar, das war ein Feierwerk.

00:01:04: Ja stimmt!

00:01:05: Das war ein Feuerwerk!

00:01:07: Und dann hat sie...habe ich mich ja gesagt was ist denn los?

00:01:10: Dann hat sie gesagt Lisa es ist an der Zeit, ich biete dir jetzt den Schwesternstatus an und seitdem sind wir eigentlich Offische auch

00:01:17: Sister.

00:01:18: Genau unsere Frage wie etwas eine Band wurde.

00:01:21: Wir sind ja eine Band mit politischem Schwerpunkt also unsere Inhalte sind uns ganz wichtig und auch unsere Texte.

00:01:27: Und das hat sich aus unserer eigenen gemeinsamen Geschichte entwickelt, dass wir uns immer mehr mit diesen feministischen Inhalten auseinandergesetzt haben und ja die feministische Inhalte aber auch mit ganz vielen anderen politischen Inheiten sehr krass zusammenhängen.

00:01:41: Das war so eine ganz große Befreiung für uns in einem ganz ähnlichen Moment weil wir da zusammen so durchgegangen sind und dann haben wir gedacht Wir wollen eigentlich ganze Menschen damit inspirieren Weil uns das so krass befreit und inspiriert hat.

00:01:52: Und gesungen haben wir schon immer Musik gemacht und Texte geschrieben haben wir Ganz im Flow.

00:01:57: der nächste normale Schritt, den wir dann irgendwie gegangen sind.

00:02:01: Ganz von selber passiert das auch.

00:02:02: Wie schön wenn sich so was einfach entwickelt!

00:02:05: Das ist doch eigentlich das Beste und ich gehe auch gleich noch ein bisschen auf eure Musikrichtung rein.

00:02:09: aber erst mal die Gesangsausbildung beeinflusst es irgendwie eure Musik dass ihr eine klassische Gesangsausbildung gemacht

00:02:15: habt?

00:02:15: Ja ich würde schon sagen also vor allem wir machen ganz viel mit Harmonien und auch was die Zukunft betrifft haben wir voll Lust noch mit Köhren zusammen zu arbeiten viel mehr zu layern, so die Harmonies.

00:02:27: Aber gerade ist es so dass wir schon auf der Bühne wenn wir jetzt mal nicht rappen sondern unsere Melodien singen dann singen wir meistens zwei Stimmig und man merkt schon auch das der Rap ist schon eine ganz neue Musikrichtung aber man hat trotzdem diese Basis einfach über eine ich weiß nicht zwölf- dreizehn Jahre lange Gesangsausbildung die wir beide hatten.

00:02:46: ähm... aber es ist trotzdem noch was anderes auch Pop zu singen und Rap zu singe.

00:02:50: Rap zu rappen!

00:02:53: Was macht euch mehr Spaß?

00:02:54: Habt ihr Ein Favoriten.

00:02:56: Also bei mir ist es voll Phasenweise, gerade liebe ich so dieses rausgeballere, dieses rohe Rap wo man auch nicht so oft Technik gerade achtet sondern einfach raus ballert.

00:03:05: aber ich merke in der letzten Woche habe ich wieder sehr viel gesungen abends am Klavier was gesungen.

00:03:10: also wer weiß vielleicht rutsche ich grad an eine Phase wo ich wieder mehr Lust hab zu singen.

00:03:14: wie soll's bei dir?

00:03:15: Ja ich lasse mich auch immer voll gerne von anderen Artists inspirieren.

00:03:18: und weil jetzt erst beim Konzert Echt so unfassbar guten Artis, der so krass gesungen hat und danach durfte ich mit dem länger sprechen.

00:03:27: Und er dann gesagt singen ist ein Spiel.

00:03:28: so.

00:03:29: das geht einfach darum dass du nicht denkst Ich muss irgendwas üben so practice practice practice sondern es geht einfach Darum Dass Du Mit Deiner Stimme Spaß hast zu spielen.

00:03:37: und Es hat mich irgendwie voll inspiriert weil die meisten kennen ihre stimmen gar Nicht Weil wir immer so leise singen weil wir Nachbarinnen haben und deswegen trauen uns eigentlich gar nicht So wirklich mal unsere stimmen zu erkunden.

00:03:47: aber der hat gesagt so nein Sei einfach dann gehen in den Wald oder sei irgendwo, wo du wirklich ganz allein bist und sag mal richtig laut und probier das aus.

00:03:54: Und da habe ich gemerkt, da habe jetzt irgendwie Volllust auch mit Lisi nochmal ein bisschen unsere Stimme noch einmal in die Lautstärke zu trainieren.

00:04:01: Eure Musik beschreibt ihr ja selber als feministisch empowernd und auch ein bisschen gesellschaftskritisch.

00:04:06: Gab es so einen Moment, in dem euch klar wurde, dass ihr darüber Songs schreiben wollt?

00:04:11: Oder hat sich das Thema einfach entwickelt?

00:04:13: Also es war ein Auslöser.

00:04:15: tatsächlich einem Buch des Seas Ich Hasse Männer ist erstmal so richtig krasser Titel.

00:04:21: Es wird ein ganz kleines Liedernesbuch Und Lizzy und ich haben das dann zum gleichen Zeitpunkt

00:04:25: gekauft

00:04:26: und zum gleichen zeitpunkt gelesen Und dann ist echt so eine richtige Wut in uns entbrannt, über all das was wir da gelesen haben.

00:04:33: Das war erstmal ein richtig toll ganz viel, was wir innerlich wahrscheinlich schon sehr viele Jahre gefühlt haben dass man es mal so auf einen Schlag gelesen hat und dadurch auch auf einen schlag mal diese ganzen Gefühle die schon dabei entfalten durfte.

00:04:45: Und dann begann aber ab da so ne Reise.

00:04:47: also wir hatten schon davor wirklich richtig viel feministisch gesprochen weil das war so der Schlag noch mal ins Gesicht, wo es sowieso und jetzt reicht.

00:04:56: Und über diese Wut hinaus konnten wir dann ganz neue Lebensarten für uns entdecken.

00:05:03: also wie wollen wir euch Beziehungen führen?

00:05:05: Was haben wir für ein Selbstverständnis von uns mit unserem Geschlecht?

00:05:09: was bedeutet das Selbstbewusstsein zu haben in dieser Gesellschaft in der wir eigentlich schon von klein an darauf trainiert werden dass die Selbstbewussten von Männern uns gegeben wird und wir nicht einfach selber entwickeln dürfen?

00:05:20: Und dann hat es uns auch richtig geholfen, diese Musik zu machen.

00:05:23: Weil klar man steht auf Bühnen, man zeigt sich was uns eigentlich eher abtrainiert wurde sei nicht so laut, sei nicht zu viel, sein Eck nicht zuviel an.

00:05:31: Das heißt die inhaltlichen Prozesse sind über unseren musikalischen Prozess dann verwirklicht worden in unserem Leben.

00:05:38: und ich würde sagen jetzt sind wir auch am Punkt wo sich nachdem wir diese klare Entscheidung gefasst haben, wo jetzt ganz viel im Flow passiert.

00:05:45: welche Themen also die Songs die jetzt aufkommen.

00:05:47: Die sind sehr im flow.

00:05:49: von welchen feministischen Themen?

00:05:51: Welchen Schwierigkeiten?

00:05:53: Welche Gefühlen begegnen wir und wie wollen wir sie verpacken?

00:05:55: wenn ja wie?

00:05:56: Also da

00:05:57: ist es so

00:05:58: sehr sehr im Flow gerade und das genieße ich auch sehr unser Songwriting grade

00:06:02: Ja vor allem als ich glaube wir haben eine Verwandlung schon durchgemacht ganz wütendem Feminismus, den wir auch voll befürworten.

00:06:10: Weil wir denken das brauchen Frauen und Flinterpersonen dass man mal diese ganze Wut rauslassen darf.

00:06:15: Und da gibt es ja oft Männer die ihnen sagen Das bringt doch nichts.

00:06:17: und so.

00:06:17: und das geht nicht darum, dass ist gleich die ganze Gesellschaft verändert.

00:06:20: Es geht erst mit daran, dass jedes einzelne Individuumerstoff verändert Dass man diese ganzen Wut fühlen darf und schon allein dadurch ein Wandlungsprozess durchmacht.

00:06:28: Aber wir sind jetzt gerade an dem Feminismus der Ich würde sagen, sehr sanft ist.

00:06:33: Der V.a.

00:06:33: darf auch flinter Personen zu empowern, dass sie genug sind, sie zu verbinden und bei unseren Konzerten ein Gefühl zu geben von ich bin so toll wie ich bin!

00:06:42: Aber wir haben auch gegen über Männern eine ganz große Sanftheit in uns... eher viel Mitgefühl haben für das die Männer in unserer Gesellschaft aufwachsen und wir sind beides Pädagoginnen.

00:06:56: Und finden, wir müssen ganz früh in der Bildung eigentlich schon jetzt anknüpfen dass wir Jungs zeigen sie dürfen auch emotional sein Sie dürfen diese Gefühle zeigen und sie müssen nicht nur so die Beschützer und die Macker und autonom sein und cool sein

00:07:11: Beziehungsfähigkeit den beizubringen

00:07:15: Total schön.

00:07:16: Ich glaube, es war vielleicht auch wichtig im Prozess, dass ihr erst mal diese Wut rauslassen konntet und dann so ein bisschen feinfühliger da einsteigen konntest und jetzt so ein bissel sanft sein könnt.

00:07:24: Manche kommen wieder zurück zu Wut und manchen bleiben ein ganzes Leben in der Wut, und manche kommen nicht mehr gut Es ist einfach frei was man fühlt ist richtig weil die Gefühle ja da sind.

00:07:35: Und was inspiriert euch denn am Songwriting?

00:07:38: Ist das so einfach?

00:07:39: das generelle Leben irgendwie eure Erfahrungen?

00:07:42: Also

00:07:43: am Anfang waren es die Erfahrungen und das ganze Wissen, dass mehr oder weniger in zwei drei kompakten Jahren zusammenkam.

00:07:51: Da waren wirklich so viele Themen, wo ich wirklich bewusst auch gedacht habe, da will ich drüber schreiben.

00:07:54: Und jetzt ist es sehr im Flow, sehr alltagsbezogen aber natürlich kommen immer wieder auch blinde Flecken auf, wo Ich dann merke ach krass das begleitet mich seit vielen Jahren und Es ist eine Mischung aus sich bewusst hinsetzen und bewusst was aufarbeiten und Dann Aber Auch Wieder Ganz Pletschern Was zu Schreiben.

00:08:12: Mich inspirieren auch ganz Viele tolle Melodien Viele Acts die wir auch Sehen Seitdem Wir sehr viel auf Festival sind.

00:08:17: wir versuchen da alles mitzunehmen und uns und beeinflussen zu lassen von allen anderen Artists, die uns tolle Shows zeigen sowohl live als auch im Songwriting.

00:08:27: Ja und bei mir ist es so.

00:08:28: also wir fragen oft andere Artists ob sie Beats für uns machen können weil wir dasselbe noch nicht gelernt haben und gerade auch keine Zeit dafür sei wir so viel unterwegs sind und das ist so ein volles Leben.

00:08:39: aber ich finde es auch voll das schöne Kollektiv zu sagen da gibt's Artists die haben sich darauf fokussiert und wir sind Artist die wollen dann eher die Melodien dazu schreiben oder beziehungsweise auch die Texte.

00:08:48: Und bei mir ist dann voll das, ich höre mich so durch diese Beats durch und dann kommt immer ein Moment wo du denkst, oh der ist es.

00:08:54: Ich check noch gar nicht warum's der ist und dann mach' ich den an und fange einfach an etwas von mich hin zu summen.

00:09:00: und da kommen dann Worte aus mir raus und ich denk, ah disselkade wir werdet werden, disselklart geschrien werden ok!

00:09:08: Dann ist es eher wirklich auch so einen sich öffnen dafür dass offenbar da irgendwas ist was wir auch aktiv gar nicht so im Bewusstsein haben, was ich dann erstmal hochsprudeln las und dann kommen so Assoziationen und Bilder dazu.

00:09:20: Aber das ist eigentlich... Fast, also für mich der schönste Moment, wo ich es so merke.

00:09:24: Da kann ich in meine tiefe Psyche eintauchen und mein Unterbewusstsein, weil ich da gar nicht so aktiv dann mehr hinkomme, sondern wirklich durch dieses Ringen- und Murmeln was rauskommt, merke ich.

00:09:35: Da sind

00:09:36: irgendwie Dinge die wollen grad besprochen

00:09:37: werden.

00:09:38: Das ist doch mal schön wenn man seinen Gefühl nachgehen kann und das einfach so ein Prozess ist, stelle ich mir sehr schön auch befriedigend vor, dass alles mal bisschen raus darf, was tief drin schlummert!

00:09:49: Ganz wichtig, ganz wichtig.

00:09:51: Vor allem für uns ist es voll heilend und heilsam.

00:09:56: Und ich glaub gleichzeitig kann's so Worte finden für andere Personen die vielleicht das gleiche fühlen aber einfach einen anderen Lebensbereich haben wo sie ihren Fokus drauf legen.

00:10:05: und dann kanns ganz schön sein wenn man mal beim Konzert ein bisschen überrascht wird von dem wow was kommt jetzt hier gerade alles

00:10:10: hoch?

00:10:11: Aber die vielleicht auch merken oh das hat schon lange in mir geschlummert und da findet halt jemand Worte und Gefühle für.

00:10:17: Gibt es auch manche einfach so emotionale Menschen, die danach zu uns kommen und sagen hey da habt ihr gerade was gesagt oder Nachrichten, die uns geschickt werden?

00:10:24: Das hab ich ziemlich gebraucht.

00:10:25: Und das ist dann für uns fast das schönste Kompliment.

00:10:29: Ich habe auch auf Insta gesehen, da habt Ihr etwas zu Feilchen geschrieben und zwar dass es Euer tiefstes und ehrlichstes und verletzlichstes Lied ist.

00:10:37: Mögt Ihr ein bisschen erzählen, was der Song vielleicht für Euch bedeutet?

00:10:40: Ja also Feilchern haben wir schon von einem Jahr oder so geschrieben Januar, Februar glaube ich aufgenommen.

00:10:48: Im Grunde ist er halt so... Also wir haben unsere eigenen Traumatas in dem Song mit aufgearbeitet von sowohl physischer als auch psychischer Gewalt Mit dem Wissen dass wir dann nicht alleine sind dabei und nicht alleine leider Und ich bin sehr sehr stolz auf unser Textwriting weil ich das liebe Dass wir diese Metaphern geschafft haben zu verknüpfen.

00:11:12: also Es ist jetzt nicht sehr, sehr explizit und jeder der das hört oder jede die es hört kann ihre eigene Geschichte glaube ich darin erkennen.

00:11:20: Und ja... Ich finde da steckt ganz viel Schmerz drin und auch ganz viel Kunst einfach!

00:11:29: Ich glaube, deshalb ist er der ehrlichsten und verletzlichste Song von uns.

00:11:33: Total!

00:11:34: Also ich finde dieser Songtext, der sagt eigentlich schon so viel aus... ...und ich halte ihr mein Herz hin mit zitternden Händen,... ...und du prügelst auf mich ein bis alle Hoffnung verschwindet.

00:11:44: Und dann dieses Ich würde ja gern vertrauen und ich würde gerne lieben,... ...aber du passierst zu oft und du passiersst zu vielen.

00:11:51: Weil ich glaube gerade auch flinter Personen geben sich oft selber die Schuld dafür,... ...dass sie ihm nicht vertrauen können und das Beziehungen toxisch sind und nicht funktionieren.

00:11:59: Und in dem Moment ist es auch mal so eine Heilung, glaube ich an viele Flinterwesen zu sein.

00:12:04: Das ist nicht deine Schuld, sondern du bist mit etwas konfrontiert was dir tausendmal wiederfahren ist und du versuchst dich daraus zu befreien.

00:12:12: Es ist einfach schwierig weil wir diesen Strukturen leben denen das immer wieder passieren wird.

00:12:16: aber es ist normal dass du dieses Vertrauen nicht hast, weil das schon so oft passiert ist.

00:12:21: und auf der künstlerischen Ebene abseits vom Text ist es einfach der Song, wo wir am allermeisten auch selber von Producing mitgemacht haben.

00:12:31: Wir haben uns da mit einem Producer zusammengesetzt im Songwriting Camp und einfach unser eigenes Stück daraus gemacht.

00:12:37: Es gibt ja dann noch diese Passagen, wo diese Art Alarmsirene so von uns mit Stimmen eingesungen wurde.

00:12:44: Und das war einfach immer so Impulse gegeben.

00:12:46: In dieser Stelle könnten wir Disnern und an der Stelle Disner kommt dieser Atmer, der so zittert... ...und die

00:12:51: E-Gitarre?

00:12:52: Genau!

00:12:54: Musikalisches Werk, wo wir nicht so ein Beat hat und wir haben uns draufgesetzt.

00:12:58: Und dann kann es so ein bisschen zu resonieren und zusammenwachsen.

00:13:01: Sondern das ist wirklich komplett verwoben, diese Beat, die wir am Anfang hatten.

00:13:05: Das was jetzt rausgeworden ist, wo so viele musikalische Elemente sich noch reingewogen haben.

00:13:10: Dass es jetzt glaube ich so richtig ganzheitlich ist!

00:13:12: Wenn wir es angeleitert haben, hatten wir Gänsehaut und Tränen in den Augen.

00:13:15: Es ging uns selber sehr nah an dieser Prozesse

00:13:17: vom

00:13:18: Reiten.

00:13:20: Solche Themen in Songs zu behandeln, kann ja auch ganz schön schwer und heavy sein.

00:13:25: Ihr tretet auch oft auf politischen Veranstaltungen auf?

00:13:28: Ist Musiken Mittel für euch um Veränderung anzustoßen?

00:13:32: Ja, hundert Prozent!

00:13:35: Auf jeden Fall.

00:13:35: also ich glaube wir haben auch den Leitspruch so das private ist politisch alles ist politische Und Musik ist einfach natürlich ein wunderbares Medium eine Verbindung zu den Menschen zu kreieren die menschen die bereits, den wir die Texte jetzt gar nicht elaborieren müssten.

00:13:52: Weil sie mit uns schon voll auf der same Page sind, denen einfach diesen Safe Space zu geben und dass diese Gefühle erlaubt sind.

00:13:57: Und natürlich auch einen Impuls zu setzen an Menschen, die sich damit vielleicht noch nicht so doll befasst haben.

00:14:03: Wir machen es auch viele verschiedene Arten aber wie Lisi gesagt hat gerade auch eine sehr sanfte und liebevolle Art und Weise würde ich sagen.

00:14:13: Und neben da gerade sind wir wieder in einer Feministenschwasse wo viele an die Hand nehmen

00:14:19: Ja, genau.

00:14:20: Ich hab das Gefühl, dass es für mich lange ein Anspruch war... Da waren wir auch eher unterschiedlich.

00:14:25: Für mich war auf der Anspruch die umzuwälzen, die sozusagen anders sind und die das gar nichts mit anfangen können.

00:14:31: Und Lisi war schon eher auf diesen Pool zu sagen, ne lass uns die Menschen irgendwie catchen, die schon brauchen Also die eigentlich... Die schon da sind?

00:14:39: Genau, die da sind!

00:14:40: Und ich fand lange deiner Gegend weil ich gesagt habe nein so wir müssen doch Veränderungen schaffen, Veränderung schaffen nur wenn wir alle Menschen irgendwie mit ins Boot holen.

00:14:48: Und jetzt gerade, ich war jetzt auf einer Freizeit.

00:14:51: Die wird von der UN organisiert und ist dafür da Jungmenschen ihr Engagement für die Welt sozusagen nahezubringen also wo man sie sich einsetzen und auch mit den Nachhaltigkeitsjahren von der Un zusammengehört.

00:15:04: Da waren ganz tolle Talks und so Speaker auch da!

00:15:08: Und da habe ich mit einem ein ganz schönes Gespräch geführt, die gesagt hat so es reicht die Lust haben und bereit sind für Veränderungen, dass wir die an die Hand bekommen.

00:15:19: Weil wenn wir zwanzig Prozent wirklich an der Seite haben so dann schaffen wir auch die ganze Welt damit zu verändern.

00:15:24: Und es hat mich so inspiriert und ich glaube genau das ist was wir schaffen wollen!

00:15:29: So flinter Personen sind so unfassbar klug, sind so engagiert

00:15:34: Krass

00:15:34: dabei diese Welt neu zu gestalten, haben so Lust auf Veränderungen und sind auch neugierig darauf.

00:15:40: Das heißt wenn wir es schaffen denen die Kraft zu geben und das Selbstbewusstsein dass sie sich ausdrücken können mit all den Ideen und allen Gefühlen die Sie haben dann glaube ich dann schaffen wir wirklich eine weltweite

00:15:50: Veränderung.

00:15:51: also ich glaube wirklich und das sieht man ja auch in den Studien junge flinter Personen sind die veränderenden der Welt weil diesen die progressiven und die wollen den wandeln Und das heißt dir auf unsere Seite zu kriegen um bei unseren Konzerten wirklich dieses Gefühl zu geben wenn wir Hand in Hand stehen, dann können wir die ganze Welt neu machen.

00:16:12: Und was ich noch dazu fügen will... Wir haben ja auch ein paar Konzerte gespielt jetzt nicht super viele aber shows die eben auf Nichtpolitischen Festivals waren erst kürzlich in Stuttgart beim Lichterfestival und es ist schon so.. Ich weiß dass ich das immer ein bisschen gut abgeben kann.

00:16:27: Aber Lisi hat dann schon immer dran zu kämpfen, also es ist auch nicht nur unangenehm sondern auch gruselig am nächsten Tag dann plötzlich in allen rechtsextremen Jugendmagazinen gepostet zu werden.

00:16:39: Ja das ist natürlich auch ein ehrenvoller Anspruch und ich finde den toll dass Lisi da so visionärisch und aktiv dass jemand mehr als ich dabei ist und nicht eher den Sex-Base sucht.

00:16:51: Aber wir haben eben auch die Erfahrung gemacht, dass es für uns selber halt auch kruselig werden kann hier.

00:16:58: Also kann ich absolut voll nachvollziehen aber vielleicht ist das auch umso wichtiger, dass solche Bühnen dann bespielt werden und trotzdem die Message irgendwie ... dort Raum bekommt, auch wenn es total unangenehm ist.

00:17:10: Ja zumal das oft einfach sehr spielerisch ist.

00:17:12: also wenn wir dann irgendwie moshpits machen zu ganz stuttgart hast die afd Dann stehen vielleicht manchmal am Anfang die Leute noch bisschen schüchtern da und plötzlich sind einfach alle dabei und springen dazu Und auch Kinder so die dann plötzlich so Bei einem unserer songs irgendwie so wichser sagen und dass aber Die sind so politisch, also die stehen in der ersten Reihe.

00:17:36: Wir gehen voll auf zu den Kindern runterhalten, die an der Hand und tanzen mit denen.

00:17:40: Und gerade als Pädagogin ist es für uns voll wertvoll, dass Politik nicht bedeutet oder politischer Kampf eben nicht nur dieses Kämpfen bedeutet wo man sich Schmerzen zufügt für sondern das es eben auch bedeuten kann.

00:17:50: ich spürt, dass ich eine komplette Gemeinschaft um mich habe.

00:17:53: Ich spürte, dass sie eine ganz große Kraft ist, die uns alle verbindet und ich kann auch Spaß dabei haben.

00:17:58: Ich glaube, das ist ein Umdenken von Feministinnen sind immer nur Männer hastende Schreierinnen zu.

00:18:05: Ne, schaut uns an wie viel Spaß wir haben und wie viele Freude wir empfinden und wie sehr wir lieben können!

00:18:11: Was bedeutet euch denn ein Festival wie jetzt der Theatron Musiksommer?

00:18:15: Vor allem weil dort so viele ja unterschiedliche Menschen kostenlos zusammenkommen können?

00:18:19: Also erstmal würde ich sagen, in politischer Perspektive erleben so viele Kürzungen.

00:18:24: Die Frage ist wirklich wie lange die Kultur uns so erhalten bleibt und wie wir sie gerade haben?

00:18:28: Und die Kultur ist unglaublich wichtig für unsere Demokratie!

00:18:32: Auch für feministische Perspektiven also in aller... Also das Stuttgarter Lichterfest über uns bucht als politische Band.

00:18:39: Das ist einfach gerade eine ganz tolle Sache, die einfach nicht sicher ist dass sie noch so ewig existieren kann.

00:18:45: und deswegen wollen wir jetzt gerade eigentlich relativ viel bespielen wo auch kostenlos der Zugang für alle Menschen ermöglicht wird weil das ist ja Ort wo wir alle zusammenkommen wenn es dann auch unterschiedliche Zielgruppen sind.

00:18:56: also unseren Konzerten versammeln sich oft ein paar Flinter zwischen zwanzig und dreißig so natürlich noch drum herum aber das zu unserer Hauptzielgruppe oder auch Kinder.

00:19:07: Aber da merken wir, da kommen eben verschiedene Menschen zusammen und das was wir uns am meisten wünschen ist dass eigentlich danach noch ein Austausch stattfindet also dass verschiedene Menschen vielleicht nebeneinander stehen und danach irgendwie sagen höhlt es war jetzt irgendwie ganz cool oder vielleicht sich auch jemand aufregt aber dass wir da irgendwie menschen verbinden können.

00:19:22: ich glaube das ist für uns ja neben dem dass wir sonst dieses hailspace aussuchen die wertvollsten konzerte wo wir merken da können wir Menschen, die eben auch nicht damit in Kontakt kamen ohne dass wir jetzt krass verletzt werden so weiterbildend.

00:19:36: Ja

00:19:37: absolut!

00:19:38: Ich freue mich einfach nur mega auf Montag.

00:19:40: ich habe richtig Bock und die Bühne war so geil!

00:19:42: Wir waren auch das letzte

00:19:43: Mal

00:19:43: im München beim Feuerwerk.

00:19:44: Wir haben zu München sowieso eine enge Verbindung.

00:19:46: Das sind viele Acts mit denen wir auch in der wunderbaren Förderung von Bayon sind.

00:19:50: also wir sind überglücklich wieder nach München zu kommen viele altbekannte Gesichter wiederzusehen und einfach München wiederzuspielen.

00:19:59: Vielen, vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt.

00:20:01: Mir ein paar Fragen zu beantworten und ich wünsche euch ganz viel Spaß am Montag auf dem Theatron!

00:20:06: Tschüss!

00:20:07: Danke schön!

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