Kiffen aufhören - aber auf chillig
Shownotes
Vom Graskonsum wegzukommen kann ganz schon schwierig sein. Moritz Berg und sein Freund John Pommes waren selbst jahrelang Konsumenten. Wie sie den Absprung geschafft haben, erzählen sie in ihrem Buch "Kiffen aufhören - aber auf chillig".
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00:00:00: Ihr hört Babel FM hier auf Radio Feierwerk und das war gerade Afromen mit seinem Song Because I Got High.
00:00:07: Das ist ein Lied, einen Songwunsch von einem Gast den meine Kollegin Lea letztens im Studio bei sich hatte – und zwar Moritz Berg!
00:00:16: Er hat zusammen mit seinem Freund John Pommes ein Buch geschrieben, d.h.
00:00:20: Kiffenaufförn aber auch chillig.
00:00:23: Warum die beiden dieses Buch geschrieben haben?
00:00:25: Und wie es überhaupt dazu kam, erzählt uns Moritz am Westen
00:00:28: selbst.".
00:00:29: Wir haben das tatsächlich geschrieben, weil wir selber festgestellt haben dass wir unseren Konsum ein bisschen hinterfragen müssen.
00:00:35: Wir haben halt jahrelang sehr viel und sehr intensiv konsumiert.
00:00:38: Ich habe es schon seitdem ich im Jugendlichen Alter war ausprobiert und dann wurde es irgendwann immer sukzessive, immer mehr hat er natürlich auch den passenden Freundeskreis dazu.
00:00:48: In der Berufstätigkeit hat man halt auch alleine gemacht.
00:00:51: Wenn man nach Hause gekommen ist, um dann runterzukommen abzuschalten und diese Routine dementsprechend
00:00:56: beizubehalten.".
00:00:57: Den Unterschied zwischen Spaß und Sucht zu erkennen ist wahrscheinlich gar nicht mal so einfach – es gibt allerdings einige Anzeichen die darauf hindeuten können dass sich ein Suchtverhalten entwickelt hat.
00:01:07: Ich glaube, ein ganz guter Indikator dafür ist, ob man abhängig ist, wenn man wirklich das Ganze braucht.
00:01:11: Also klassischer Fall bei mir war damals so ich habe zum Beispiel Urlaube davon abhängigt gemacht, ob ich da kiffen kann am Abend.
00:01:17: Also ich hätte jetzt nicht nach Singapur fliegen können und da zwei Wochen chillen können.
00:01:21: Wenn du deinen Tag oder den Tagesablauf danach gestaltet bist dann ist es ein starker Indikator dafür dass du vielleicht ein Problem hast.
00:01:29: Eine Sache ist dabei besonders entscheidend.
00:01:31: Die Person muss den Wunsch haben, selbst etwas zu verändern um von der Abhängigkeit loszukommen.
00:01:36: Wenn du es nicht selber schon merkst dass du das willst dann wirst du eine harte Zeit haben das durchzuziehen.
00:01:42: Es gibt ja auch so diese klassischen Leute im Freundeskreis die irgendwie mal geraucht haben und dann haben sie aufgehört Dann haben sie wieder angefangen weil von außen irgendwie kamen.
00:01:49: Partnern hat gesagt hey hör mal auf zu rauchen Du bist irgendwie zu viel.
00:01:52: oder der Arzt hat gesagt hör mal Auf wegen deiner Gesundheit.
00:01:55: Und dann so Ja stimmt schon wenn irgendwann fängst du dann trotzdem wieder an.
00:01:58: Die Motivation kam nicht von dir selbst.
00:02:00: Sie war nur geborgt, die kam von außen.
00:02:02: Ich glaube du musst erstmal selber für dich feststellen Ey ich habe ein Problem.
00:02:05: Irgendwie will ich das auch ändern?
00:02:08: Und wenn du so weit bist, dann kannst du wirklich diesen Schritt gehen.
00:02:11: Ein Entzug kann sich auch körperlich bemerkbar machen.
00:02:14: Schlafprobleme können auftreten die Schweißproduktion kann zunehmen und wie stark die Beschwerden sind ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich aber auch mental kann ein Entzug sehr herausfordernd sein.
00:02:25: welche Gedanken Moritz dabei besonders beschäftigt haben erzählt er uns jetzt
00:02:29: Also was auf jeden Fall natürlich passiert so, du machst dir halt super viele Gedanken die du dir vielleicht davor nicht gemacht hast weil ich meine davor hast du dich halt dahingehend betäubt.
00:02:35: So klar du hast Gedanken die auch auf Cannabis dann irgendwie durchspielst.
00:02:40: man ist ja augenscheinlich super kreativ und hat irgendwie lustige Ideen und sowas aber ich mach mir selten Gedanken darüber.
00:02:45: so wie geht's mir eigentlich?
00:02:47: Und wenn Du halt merkst da ist irgendwas was größer ist als der Konsum ey dann ist es auf jeden fall glaube ich das beste.
00:02:53: wenn Du merkst Kommst du nicht selber mit klar, dir jemanden zu suchen, der halt helfen kann?
00:02:57: So schwierig der Weg aus der Abhängigkeit auch sein kann.
00:03:00: Umso schöner muss es sich anfühlen wenn man irgendwann merkt dass man das raus geschafft hat.
00:03:05: Moritz ist inzwischen seit etwa fünf Jahren clean.
00:03:07: Ich persönlich
00:03:08: habe dadurch gewonnen Klarheit, also für mich selber was will ich eigentlich?
00:03:12: gerade wo ich das dann aufgehört hab war dann auch dieses Thema so mal eine Therapie anzufangen.
00:03:16: Ist ja schon krass wenn du halt irgendwie Mitte dreißig bist und dann irgendwie noch die auf den Richter kommst.
00:03:20: hey irgendwie konnte ich mich mit mir selbst beschäftigen weil das hast Du die ganze Zeit nicht gemacht und ich glaube dass es das wertvollste wenn du langzeitkonsument bist Und dann checkst.
00:03:28: irgendwie gibt's ganz viele verschiedene Themen die dich so als Mensch ausmachen, die du dann erst wirklich in der Lage bist richtig zu sehen.
00:03:35: Das war meine persönliche
00:03:36: Erkenntnis.".
00:03:37: Das Buch ist übrigens nicht nur interessant wenn ihr selbst betroffen seid.
00:03:42: vielleicht kennt ihr ja jemanden aus eurem Freundes- oder Familienkreis der mit dem Thema zu kämpfen hat denn auch für Angehörige kann das Buch ein hilfreicher Ratgeber sein.
00:03:52: Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt sucht einfach im Internet nach Kiffen.
00:03:56: aufhören aber auf chillig.
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